Dömitz

ehemaliger Bahnhof / Haltepunkt;
Strecken:
1. Wittenberge - Dömitz - Dannenberg - Lüneburg - Buchholz (Nordh)
2. Ludwigslust - Dömitz
ehemaliges Empfangsgebäude (Gleisseite) Hier gibt es sogar noch eine funktionierende Uhr, die nicht von Chaoten zerstört wurde
das ehemalige Wärterstellwerk W2, bis vor einigen Jahren in Betrieb, in Richtung Dannenberg das ehemalige Fahrdienstleiter-Stellwerk Dm (B1) in Richtung
Ludwigslust / Wittenberge
hinter dem Stw Dm (B1) der ehemalige Lokschuppen mit Wasserturm hier ein Blick vom Deich auf die neue Elbebrücke der B 191
Hier ein Bild von den Anfängen des enormen Hochwassers 2002.
Noch ist die Flutwelle weit entfernt, aber die Vorbereitungen in der Stadt und den umliegenden Gemeinden liefen schon auf Hochtouren.
Dömitz ist eine für Mecklenburg geschichtsträchtige mittelalterliche Kleinstadt mit engen Straßen und der ehemaligen Festung Dömitz, in der Fritz Reuter seinerzeit einsaß. Das hat er damals aufgeschrieben in dem Buch "Ut miene Festungstied" - ein plattdeutscher Klassiker.

Die Stadt liegt unmittelbar an der Mündung der Elde in die Elbe. Als ich am 17. August 2002 die Stadt und den Bahnhof besuchte, liefen gerade die Vorbereitungen für den Hochwasserschutz. Es herrschte reges Treiben. Die Elbe führte zwar schon etwas Hochwasser, aber es soll wohl ganz schlimm kommen. Als ich diese Seite schrieb, war die erste Flutwelle noch weit weg. Ich wünsche allen Elb-Anliegern viel Glück!!! Als ich vor einigen Jahren das erste mal die Festung (Museum) besuchte, sah ich auch ein Bild, auf dem zu sehen war, wie das Hochwasser vor vielen Jahrzehnten (1947(?)) in die Stadt gelaufen. Damals gab es viel Not und Elend, hoffentlich wird es nicht wieder so kommen.

Der inzwischen stillgelegte Bahnhof ist vollkommen verkrautet, die Gleise kaum noch zu erahnen. Auch hier zeigt die Stadt keinerlei Interesse an den wertvollen Gebäuden. Nur das ehemalige Stellwerk in Richtung Dannenberg wird von einem (wahrscheinlich) Verein genutzt. Das große Empfangsgebäude steht leider leer. Das ehemalige Befehlsstellwerk in Richtung Ludwigslust / Wittenberge und der nebenstehende Lokschuppen und Wasserturm warten auf neue Besitzer oder Nutzer.
Bevor Dömitz vor einigen Jahren in einen Haltepunkt umgewandelt wurde, hatte der Bahnhof schon sehr viel bessere Zeiten gesehen. Bis 1945 gelangte man über die alte Elbebrücke mit dem Zug über Dannenberg nach Lüneburg und Uelzen. 1945 wurde die Brücke leider gesprengt und nicht wieder aufgebaut. (Hier war nun im wahrsten Sinne des Wortes die Welt zu Ende, als 1961 dann auch noch die Grenze zum Westen geschlossen wurden. Unmittelbar an den Straßen standen Grenzzäune und Wachtürme. Das benachbarte Niedersachsen lag eigentlich so nah und doch so weit weg. Auch darüber kann man in der Festung etwas erfahren.) Als dann auch noch der Streckenabschnitt Wittenberge - Dömitz als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgebaut wurde, verkam der Bahnhof zu einem Provinzbahnhof einer Stichstrecke.
Zum Fahrplanwechsel 2000 bestellete das Land Mecklenburg-Vorpommern trotz Protestes der Bürger und des Landes Niedersachsen den Personenverkehr ab. Auch in Bezug auf diese Nebenbahn ließ das Land keinen Kompromiss zu. Kurzerhand lud man einen Gast aus Niedersachsen, der die Interessen seines Landes vertrat und für den Erhalt der Verbindung eintrat, auf unfreundliche Weise wieder aus. Man hatte in Schwerin wohl Angst, der Kahlschlag im Nebenbahnnetz könnte verhindert werden.
Am 11. April 2001 wurde die Strecke gemäß § 11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes stillgelegt. Damit ging leider auch die Ära des Bahnhofs Dömitz zu Ende.