Fretzdorf

Bahnhof;
Strecke:
Kremmen - Neuruppin - Wittstock (Dosse) - Meyenburg
Empfangsgebäude kein Reisender will mit - Durchfahrauftrag für den RE nach Berlin-Charlottenburg
ehemalige Signalkurbel (mit Schlössern) für die Einfahrsignale
Fretzdorf ist ein kleiner Ort südlich von Wittstock (Dosse) in unmittelbarer Nachbarschaft der Anschlussstelle Herzsprung an der A 24.
Der kleine einfache Bahnhof ist die einzige Kreuzungsmöglichkeit zwischen Neuruppin und Wittstock. Am Tag meines Besuchs fand sogar eine außerplanmäßige Kreuzung zwischen einem RE von Wittstock (Dosse) nach Berlin-Charlottenburg und einer leeren LVT-Garnitur statt.
Der Bahnhof genügt gerade den allereinfachsten Anforderungen. Wenn man nicht wüsste, dass es Einfahrsignale gibt, die wegen Kurenlage nicht einsehbar sind, könnte man irrtümlich von einer Haltestelle ausgehen. Die einstigen mechanischen Einfahrsignale, die von der Stelleinrichtung auf dem Bahnsteig mittels Schlüsselabhängigkeit bedient wurden, wurden vor einigen Jahren durch Lichtsignale ersetzt. Für Fans der verschiedenen Stellwerkstechniken steht noch(!) diese alte seltene Bedieneinrichtung. Weiterhin gibt es nur eine einzige fernbediente Einfahrweiche, die aus Richtung Neuruppin. Die der Gegenrichtung wird vom Fahrdienstleiter mechanisch ortsbedient und mittels Riegelhandschloss gesichert. Die mechanische doppelschlägige Vollschranke wird von zwei Schrankenwinden auf dem Bahnsteig bedient und ist schlüsselabhängig. Bei dieser einfachen Technik dauern Zugkreuzungen eben ihre Zeit.
Im Rahmen des Projektes Prignitz-Express soll aus dem Bahnhof nur noch ein Haltepunkt werden, da die Streckengeschwindigkeit erhöht wird und Zugkreuzungen in diesem Abschnitt nicht mehr stattfinden sollen.
Das ehemalige Ladegleis, dessen Reste bei meinem ersten Besuch noch lagen, ist vollständig abgebaut worden.
Auch in Fretzdorf steht das streckentypische Empfangsgebäude.