Fretzdorf

Haltepunkt in Brandenburg
(ehemaliger Bahnhof)
 
Strecke: Kremmen - Neuruppin - Wittstock (Dosse) - Meyenburg
 
Fretzdorf ist ein kleiner Ort südlich von Wittstock (Dosse).
Der kleine einfache Bahnhof war bis zum Streckenausbau die einzige noch verbliebene Kreuzungsmöglichkeit zwischen Neuruppin und Wittstock. Am Tag meines Besuchs fand sogar eine außerplanmäßige Kreuzung von einem RE von Wittstock (Dosse) nach Berlin-Charlottenburg und einer leeren LVT-Garnitur statt.
Der Bahnhof genügte gerade den allereinfachsten Anforderungen. Wenn man nicht wüsste, dass es Einfahrsignale gab, die wegen Kurenlage nicht einsehbar waren, könnte man irrtümlich von einer Haltestelle ausgehen. Die einstigen mechanischen Einfahrsignale, die von der Stelleinrichtung auf dem Bahnsteig mittels Schlüsselabhängigkeit bedient wurden, wurden vor einigen Jahren durch Lichtsignale ersetzt. Es gab nur eine einzige fernbediente Einfahrweiche, die aus Richtung Neuruppin. Die der Gegenrichtung wurde vom Fahrdienstleiter mechanisch ortsbedient und mittels Riegelhandschloss gesichert. Die mechanische doppelschlägige Vollschranke wurde von zwei Schrankenwinden auf dem Bahnsteig bedient und war schlüsselabhängig. Bei dieser einfachen Technik dauerten Zugkreuzungen eben ihre Zeit.
Das ehemalige Ladegleis, dessen Reste bei meinem ersten Besuch noch lagen, ist vollständig abgebaut worden.
Im Rahmen des Projektes Prignitz-Express wurde aus dem Bahnhof nur noch ein Haltepunkt, der rund 700 Meter weiter in Richtung Dorf verlegt wurde, um den Fahrgästen den bisher langen Weg zum Bahnhof zu ersparen.
Auch in Fretzdorf steht das streckentypische Empfangsgebäude, das inzwischen neue Besitzer gefunden hat.
 
2002
ehemaliges Empfangsgebäude
 
Der RE nach Berlin-Charlottenburg hielt nicht an. Niemand wollte ein- oder aussteigen.
 
Signalstellbock für die beiden Einfahrsignale
 
 
externe Bilder: