Güstrow

Bahnhof;
Strecken:
1. Lübeck - Güstrow - Neubrandenburg - Strasburg (Uckerm),
2. Güstrow - Schwaan Abzweig,
3. Meyenburg - Karow (Meckl) - Güstrow
Abendstimmung in Güstrow
Empfangsgebäude Stw B3 (ganz oben) / B3w (darunter), seit Dez 2002 außer Betrieb;
dahinter der Ringlokschuppen des alten Bw (zuletzt Bww)
Blick von Gleis 1 über den Bahnhof;
auf Gleis 4 fährt gerade ein RE nach Pasewalk ein,
ganz hinten das ehem. Bw
Blick von der Güterbodenrampe auf B3 / B3w,
Ausfahrt eines DNR der OME nach Ludwigslust
Stellwerk W4, seit Anfang Dezember 2002 außer Betrieb in diesem Gebäude saßen früher die Zugabfertigung und Wagendienst
Blick von der Ladestraße auf die alten Speicher, das Ladegleis liegt noch;
ganz hinten schließt sich der Bahnhofsvorplatz an;
2005 wurde am Empfangsgebäude ein moderner Busbahnhof gebaut, die Ladestraße ist nun nicht mehr zugänglich
der Wasserturm am Paradiesweg, dahinter die beiden Strecken nach Priemerburg
Mit Inbetriebnahme des ESTW gibt es nur noch eine Servicekraft in Güstrow,
die Anlagen des nach dem Umbau der Bahnsteige so gerühmten Bahnhofs machen inzwischen einen zunehmend unansehnlichen Eindruck. Mehrere Uhren und Fahrtzielanzeiger sind defekt.
die gekappte Zufahrt vom ehemaligen Stw-Bereich B3w zu den Gleisen 8 bis 11. Mit Inbetriebnahme des ESTW gibt es den Bahnsteig 5 (Gleis 8) nicht mehr.
Ein Teil der gekappten Gleise sind bereits demontiert.
Blick in Richtung Bützow / Schwaan. Mehr Gleise gibt es nicht mehr auf diesem einst recht großen und überlasteten Bahnhof mit 3 Rangierbezirken und einigen Anschlüssen.
Die Barlach-Stadt Güstrow (auch Klein Paris genannt) ist Kreisstadt des Landkreises Güstrow und ausgezeichnete Umweltstadt.
Der Bahnhof liegt sehr verkehrsgünstig unweit des Stadtzentrums und wird daher rege genutzt. Die Personenverkehrsanlagen wurden in den letzten Jahren auf einen sehr modernen Stand gebracht.
Betrieblich gesehen hat der Bahnhof Güstrow immer noch eine große Bedeutung, allerdings hauptsächlich nur noch für den Personenverkehr. Der Güterverkehr ist nur noch gering, die vielen Gleise für die Güterzüge sind leer. Die meisten Gleise werden nicht mehr an das entstehende ESTW angebunden. Gegenwärtig wird kräftig gebaut dafür. Auch ein großes Gebäude musste bereits weichen. Derzeit wird der Bahnhof durch die Stellwerke W1, B3, B3w und W4 gesteuert. Das Stellwerk W2 wurde vor einigen Jahren stillgelegt, ebenso R1a, das für die Zufahrt zum Bw zuständig war. Das Bw wurde vor einigen Jahren ebenfalls geschlossen, auch das Bww (im alten Bw am Stw B3). Aber es gibt noch den Posten 236 zwischen Stw W4 und Priemerburg, der noch innerhalb des Bahnhofs liegt. Die Stellwerke liegen über den gesamten Bahnhof verteilt. W1 (meines Wissens elektromechanisch) im Einfahrbereich der Strecken von Bützow und Schwaan, W2 (mechanisch) lag etwas abgelegen zwischen W1 und B3 und war hauptsächlich Rangierstellwerk, B3 und B3w (beide Gs I DR) befinden sich in einem Gebäude übereinander (oben B3 darunter B3w) ziemlich in der Mitte des Bahnhofs, das mechanische Stw W4 an der Einfahrt der beiden Strecken aus Priemerburg.
Das ansehnliche Empfangsgebäude wird fast vollständig genutzt. Auch die Ostmecklenburgische Eisenbahn hat hier ein Büro.
Der heutige Netzbezirk Güstrow, der einmal aus der Dienstelle Bahnhof Güstrow und der Hauptdienststelle Güstrow entstand, hat eine große Ausdehnung. Zu ihm gehören die Streckenabschnitte Wendisch Priborn - Güstrow, Rom (Meckl) - Nossentin, Grabowhöfe - Laage (Meckl), Schwiesower Forst - Malchin, Ganzlin - Röbel (Meckl) und Damerower Forst - Karow (Meckl). Nach Einschaltung des ESTW, das den Abschnitt Mistorf (Strecke Güstrow - Schwaan Abzw) - Lalendorf steuert und über 40 Arbeitsplätze vernichtet, bleibt nicht mehr sehr viel Personal zu verwalten, da einige Strecken ohnehin schon nicht mehr besetzt sind.
Anfang Dezember 2002 ging das ESTW Güstrow in Betrieb und wird von der BZ Berlin gesteuert.

August 2005:
Ich bin das erste Mal nach Inbetriebnahme des ESTW wieder auf dem Bahnhof.
Die ESTW-(Spar-)Technik hat ihren Tribut gefordert. Nur noch 4 Bahnsteiggleise, 1 Kreuzungsgleis und ein Nebengleis sind übrig. Ein wahrhaft trauriger Anblick. Die alten Gleise werden nach und nach demontiert. Das ehemalige Bw ist nur noch eine Ruine, die alten Stellwerke zugenagelt.
Auf dem Bahnhosvorplatz wurde unmittelbar vor den Eingängen zum Empfangsgebäude ein neuer Busbahnhof gebaut, der alte liegt noch so da. An einen P+R Parkplatz hat hier wohl noch niemand gedacht?!

Insgesamt hinterlässt der vor einigen Jahren so hochgelobte Vorzeigebahnhof der "Umweltstadt Güstrow" einen recht nachlässigen Eindruck. Hier halten ja nur noch RE, S-Bahn und die OME und kein wirklicher Fernzug mehr. Das scheint wohl auch einer der Ursachen für den gegenwärtigen Zustand zu sein. Ich frage mich immer wieder, warum die Bahnunternehmen, die ja auch Stationsgebühren für Zughalte zahlen müssen, diesen Zustand dulden und nicht die Rechnungen kürzen wegen sichtlich unzureichender Wartung...