Rostock Güterbahnhof

ehemaliger Bahnhof;
Strecken:
1. Wismar - Rostock Hbf - Rostock Gbf,
2. (Tessin -) Abzw. Dalwitzhof - Rostock Gbf,
3. (Schwaan -) Abzw. Dalwitzhof - Rostock Gbf,
4. Abzw. Warnowbrücke Ost - Rostock Gbf,
5. Abzw. Warnowbrücke West - Rostock Gbf (- Abzw. Dalwitzhof)
ehem. Empfangsgebäude (Gleisseite) ehem. Empfangsgebäude (Straßenseite)
ehem. Stw W3 Lokschuppen des ehem. Bw und späteren Bww
Gebaut wurde der Bahnhof einst als "Friedrich-Franz-Bahnhof", in dem bis zum Bau des "Centralbahnhofs" (heute Hbf) auch alle Personenzüge abgefertigt wurden.
Der Bahnhof Rostock Gbf bestand aus zwei hintereinanderliegenden Bahnhofsteilen (Rostock Gbf [Rg] und Rostock Gbf Süd [Rgs]). Vor dem Bau des Bahnhofs Rostock Seehafen in den 1960er Jahren war er der größte und wichtigste Gbf Rostocks.
Nach der Wende wurde der Bahnhof mehr und mehr überflüssig, da der Güterverkehr auch in der Hansestadt stark rückläufig war. Der Bf Rostock Seehafen genügte nun dem Aufkommen. Letzte Sparte war der Stückgutverkehr auf dem Bf Rostock Gbf. Dafür wurden in den 1990er Jahren noch Gleise und Rampen saniert. Kurz darauf gab die DB AG den Stückgutverkehr per Bahn völlig auf. Nachdem bereits das Stellwerk W3 unbesetzt blieb, geschah das nun auch mit dem Stw B2, nachdem die Strecke Warnowbrücke Ost - Rostock Gbf stillgelegt wurde. Im Herbst 2000 wurde dann auch das Stellwerk B1 (Rgs) ausgeschaltet. Die Aufgaben übernahm nun das Stellwerk in Dalwitzhof.
2001 brannte das Stellwerk B2 (Fachwerkaufbau) nach Brandstiftung vollständig aus und wurde abgerissen. Ebenfalls abgerissen wurde das Stellwerk B1. Das Feuer auf B2 kam sicher nicht ungelegen, denn der Erhalt hätte der Bahn Geld gekostet (das Gebäude war sicherlich denkmalgeschützt).
Ebenfalls im Jahr 2001 begann der zweigleisige Ausbau der Strecke Stralsund - Rostock Hbf auf dem Abschnitt Riekdahl - Rostock Hbf, um diesen Engpaß zu beseitigen. Ein Brückenneubau über den Gbf stand eh an. Somit wurden kurzerhand die Anlagen auf dem Gbf im Brückenbereich abgebaut (Gleise, Ablaufberge und Signale) und die neue Trasse aufgefüllt. Im Einfahrbereich des Bahnhofs Rostock Hbf dienten nun Teile der Trasse Wismar - Rostock Hbf - Rostock Gbf als Trasse für das neue Streckengleis.
Heute bietet der Bahnhof Rostock Gbf einen trostlosen Anblick. Der riesige Güterboden dient als Unterschlupf für alle möglichen Leute, ein freies Theater ist geplant. Die Anlagen wurden arg geschröpft. Weichenantriebe und Signale sind demoliert. Der Ringlokschuppen des einstigen Bw und späteren Bww ist inzwischen eingezäunt worden. Da das Gelände eisenbahnmäßig weder Anbindung noch Zukunft hat, liegt die Fläche mitten in der Hansestadt brach. Die Stadt hat da sicher ihre Pläne in der Schublade, aber sicherlich fehlt das Geld für die Verwirklichung. Der Plan, den Bahnhof in das S-Bahn-Netz einzubinden, wurde schon lange wieder verworfen, obwohl die Kröpliner Straße (Einkaufsmeile) keinen km entfernt ist.
Für die Hansestadt und ihre Gäste ist zu hoffen, dass dieses Gelände schnell eine sinnvolle Nutzung bekommt.
Adé großer Bahnhof.