Rostock Gbf
 
(ehem. Bezeichnung: Rostock Freiedrich-Franz-Bahnhof)

ehemaliger Bahnhof in Mecklenburg
Strecken:
  • Wismar - Rostock Hbf - Rostock Gbf
  • (Schwaan -) Dalwitzhof - Dalwitzhof Nordkopf (ehem. Rgs) - Rostock Gbf [6444]
  • (Kavelstorf/Sanitz -) Dalwitzhof - Dalwitzhof Nordkopf (ehem. Rgs) [6924]
  • Abzw. Warnowbrücke West - Dalwitzhof Nordkopf (ehem. Rgs) [6449]
  • Abzw. Warnowbrücke Ost - Rostock Gbf [6920]
Gebaut wurde der Bahnhof einst als "Friedrich-Franz-Bahnhof", in dem bis zum Bau des "Centralbahnhofs" (heute Hbf) auch alle Personenzüge abgefertigt wurden.
Der Bahnhof Rostock Gbf bestand aus zwei hintereinanderliegenden Bahnhofsteilen (Rostock Gbf [Rg] und Rostock Gbf Süd [Rgs]). Vor dem Bau des Bahnhofs Rostock Seehafen in den 1960er Jahren war er der größte und wichtigste Gbf Rostocks.
Nach der Wende wurde der Bahnhof mehr und mehr überflüssig, da der Güterverkehr auch in der Hansestadt stark rückläufig war. Der Bf Rostock Seehafen genügte nun dem Aufkommen. Letzte Sparte war der Stückgutverkehr auf dem Bf Rostock Gbf. Dafür wurden in den 1990er Jahren noch Gleise und Rampen saniert. Kurz darauf gab die DB AG den Stückgutverkehr per Bahn völlig auf. Nachdem bereits das Stellwerk W3 unbesetzt blieb, geschah das nun auch mit dem Stw B2, nachdem die Strecke Warnowbrücke Ost - Rostock Gbf stillgelegt wurde. Im Herbst 2000 wurde dann auch das Stellwerk B1 (Rgs) ausgeschaltet. Die Aufgaben übernahm nun das Stellwerk in Dalwitzhof.
2001 brannte das Stellwerk B2 (Fachwerkaufbau) nach Brandstiftung vollständig aus und wurde abgerissen. Ebenfalls abgerissen wurde das Stellwerk B1. Das Feuer auf B2 kam sicher nicht ungelegen, denn der Erhalt hätte der Bahn Geld gekostet (das Gebäude war sicherlich denkmalgeschützt).
Ebenfalls im Jahr 2001 begann der zweigleisige Ausbau der Strecke Stralsund - Rostock Hbf auf dem Abschnitt Riekdahl - Rostock Hbf, um diesen Engpass zu beseitigen. Ein Brückenneubau über den Gbf stand eh an. Somit wurden kurzerhand die Anlagen auf dem Gbf im Brückenbereich abgebaut (Gleise, Ablaufberg und Signale) und die neue Trasse aufgefüllt. Im Einfahrbereich des Bahnhofs Rostock Hbf dienten nun Teile der Trasse Wismar - Rostock Hbf - Rostock Gbf als Trasse für das neue Streckengleis.
Jahrelang bot der einstige Bahnhof einen trostlosen Anblick. Teilweise wurde das Gelände am ehemaligen Empfangsgebäude als unbefestigter Parkplatz genutzt, nachdem die Gleise entfernt wurden.Der riesige Güterboden diente lange Zeite als Unterschlupf für alle möglichen Leute. Ein freies Theater war geplant.
Weichenantriebe und Signale sind demoliert. Der Ringlokschuppen des einstigen Bw und späteren Bww ist inzwischen eingezäunt worden und hat viele Jahre ungenutzt überdauert.
Der Plan, den Bahnhof in das S-Bahn-Netz einzubinden, wurde schon lange wieder verworfen, obwohl die Kröpliner Straße nur rund einen km entfernt ist.
 
Nach mehreren Jahren des Stillstands begannen Bauarbeiten, die bis heute (2021) noch immer nicht abgeschlossen sind. Das Empfangsgebäude wurde zu einem Pflegeheim umgebaut und bekam einen hellgelben Fassadenanstrich, der inzwischen leider in weiß geändert wurde, vermutlich, weil alle anderen großen neugebauten Wohnhäuser auch weiß sind. Der ehemalige Güterschuppen wurde saniert und wird für Gewerbe und Wohnzwecke genutz. Die Stückguthalle wurde aufgestockt und zu Wohnungen umgebaut.
Das ramponierte Stellwerk W3 wurde vom neuen Eigentümer sehr schön rekonstruiert und erhielt einen modernen Anbau auf der Rückseite. Gegenwärtig wird der Lokschuppen zu schönen und sicher ziemlich teuren Wohnungen umgebaut. Die Außenrekonstruktion ist sehr gut gelungen. Die Schuppentore blieben erhalten und dienen heute im geöffneten Zustand als Sichtschutz zu den Nachbarn - eine Superidee! Mal sehen, was aus der noch vorhandenen Drehscheibe auf dem Grundstück wird.
Viele unterschiedliche Wohnhäuser sind auf dem einstigen Bahnhofsgelände entstanden und werden wohl noch in den kommenden Jahren bis hin zur Talstraße gebaut werden. Die ehemalige Verbindungskurve zum einstigen Abzweig Warnowbrücke Ost wurde im Bereich der Einmündung in den Bahnhof überbaut.
 
März 2002
Das Empfangsgebäude steht leer; Tristess auf dem Gleisfeld.
 
Straßenseite
 
ehemalige Stellwerk W3, dahinter ein Trafoturm und ein Gasometer
 
ehemaliger Lokschuppen mit Dienstgebäude
 
 
2011
Das Empfangsgebäude ist jetzt eine Pflegeresidenz. Rundherum ist noch nicht viel passiert. (ehemalige Gleisseite)
 
Blick vom einstigen Gleisfeld aus in Richtung Stadthafen. Auch diese Gleise wurden entfernt.
 
(Straßenseite)
 
Der umgebaute Güterschuppen ist zu einem neuen Leben erweckt worden.
 
(Rückseite)
 
Das alte Wärterstellwerk W3 steht noch etwas verlassen da, aber die neuen Häuser rücken schon näher. (Gleisseite)
 
(Rückseite)
 
Der alte Lokschuppen trotz der neuen Zeit und hofft auf eine Zukunft.
 
davor die Drehscheibe
 
 
31.08.2021
Die Pflegeresidenz ist inzwischen weiß. Das Gelb fand ich schöner.
 
(ehemalige Gleisseite)
 
Davor wurden Bäume auch als Sichtschutz gepflanzt.
 
(Nordgiebel)
 
Südseite; daneben charakterlose Wohnklötzer
 
Blick in Richtung Stadthafen
 
Noch trennt ein Grünstreifen weitere Wohnklötzer vom umgebauten Güterschuppen und der Umladehalle, aber wie lange noch?
 
 
Nun ist das ehemalige Stellwerk originalgetreu restauriert und hinten um einen modernen Wohnteil ergänzt worden, sodass die Frontansicht nicht darunter leidet.
Das Grundstück ist von Eigenheimen umzingelt.
 
Auch wenn ich nichts von dieser modernen Architektur halte, finde ich die Kombination durchaus sehr gelungen.
 
Blick vom einstigen Werkstattgelämde mit Lokschuppen zum ehemaligen Stellwerk W3
 
der sich noch im Umbau befindende ehemalige Lokschuppen
 
Sieht doch super aus!
 
Die Drehscheibe bleibt hoffentlich erhalten!
 
 
Rückseite des ehemaligen Lokschuppens
 
 
die alten Schuppentore als Sichtschutz
 
Blick vom Ende der Talstraße auf das ehemalige Gleisfeld.
Ich glaube, hier waren der Bahnübergang und links hinter dem BÜ das Stellwerk B2
 
 
Links des Weges lag einst das Gleis der Verbindungsstrecke vom Abzweig Warnowbrücke Ost zum Güterbahnhof (Blick in Richtung Gbf)
 
weiterer Verlauf der ehemaligen Strecke
 
Dieses Bild ist nicht auf dem Gbf entstanden, sondern auf der Strecke Stralsund - Rostock Hbf zwischen der Abzweigstelle Warnowbrücke West und dem Blocksignal Wornowbrücke Ost.
Dieser in Beton gefasste Damm f&uuhml;rt an Stelle der alten eingleisigen Stahlbrücke über den ehemaligen Güterbahnhof. Das linke Streckengleis gab es damals noch nicht.
Vom einstigen Güterbahnhof darunter ist wegen der Bäume rechts und links nicht mehr zu erkennen.
 
Bei den Stadtwerken in der Nähe des ehemaligen Bahnhofs scheint es mindestens einen Eisenbahnfreund zu geben ...
 
 
externe Bilder: