Karow (Meckl)

Bahnhof;
Strecken:
1. Meyenburg - Karow (Meckl) - Güstrow (seit Dez. 2000 Betriebsruhe),
2. Ludwigslust - Parchim - Waren (Müritz) - Neubrandenburg,
3. Hornstorf - Blankenberg (Meckl) - Dabel - Karow (Meckl) (teilw. stillgelegt)
Empfangsgebäude (August 2000) ... (Februar 2005); das Gebäude steht vollkommen leer
EG mit gesperrter Fußgängerbrücke Stellwerk B 2 (August 2000), mein ehemaliger Arbeitsplatz
... (Februar 2005) ...
... Stellwerk W1 (Richtungen Malchow und Plau). dahinter das Chausseehaus und (nicht sichtbar) die alte Straße nach Malchow
Stw W1 mit Blick in Richtung Bahnhof.
links die Kirche.
... v.l.n.r.: alte Schule, Wasserturm der Bahn, Kirche, Fußgängerbrücke,
Stw W1;
das Stellwerk steht nicht parralel zur heutigen Gleisachse, weil bis 1945 die Strecke nach Malchow vor dem Stw verlief.
Wasserturm der Bahn (dahinter die Kirche, rechts das Stw B2 mit den Ausfahrsignalen) gesehen vom Wasserturm des Gutes ... (vor dem Wasserturm eine Kleingartenanlage, entstanden in den 1980er Jahren)
Blick auf den Wasserturm der Bahn vom Bahnsteig 4 aus gesehen, es sind kaum noch Gleise zu erkennen. ...
Wasserturm des ehemaligen Gutes, das Dorf wurde darüber auch versorgt; links der Wasserturm der Bahn ... (Blick aus Richtung B 103. Der Acker war bis mindestens in die 1970er Jahre eine Obstplantage.)
Blick vom Wasserturm (oben rechts steht das Stw W1);
nicht mehr sehr viel los hier...
als noch beide Strecken Personenverkehr hatten (Blick vom Stellwerk B2; auf Gleis 2 hat Ausfahrt der PEG-Triebwagen nach Güstrow)
Einfahrt von Güstrow nach Gleis 4 (eigentlich PEG-Triebwagen, aber an diesem Tag war Plandampf) auf Gleis 4 fährt ein Sonderzug, gezogen von einer 01, ein. Das Foto entstand in den 1980er Jahren.
Zu einer Zeit, als noch mehr in Karow los war. Diese 89er war nur kurz auf der Durchreise und wurde am "Kanal" gewartet. Dieser "Gast" der BR ?? wartete auf einen Gegenzug.
Februar 2005 - ohne Worte!
Karow, lange Jahre mein Arbeits- und Wohnort, ist ein etwas größeres Dorf, das durch die Landwirtschaft, die Eisenbahn und die Armee geprägt ist. Auch Karow war immer gut an die weite Welt angeschlossen mit Bahnen und Bussen. Es gibt direkte Busverbindungen nach Schwerin und Neubrandenburg und es gab eine nach Rostock, und natürlich welche in die nähere Umgebung. Seit der Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke Meyenburg - Güstrow fahren nun auch dort die Busse hin. Nach Güstrow allerdings nur mit Umsteigen in Krakow. Man muss es den letzten verbliebenen hartnäckigen Kunden ja so schwer wie möglich machen! Auch das Umsteigen in Karow von Bahn auf Bus und umgekehrt wird den Leuten erschwert, weil die Zugkreuzungen jetzt in Malchow stattfinden. Dadurch entstehen sehr lange Übergangszeiten. Die Kunden "dankten" es mit Verzicht auf die Benutzung beider Verkehrsträger. Nun fahren die Bus- und Lokführer meistens allein "spazieren". In einer so wichtigen Tourismusregion sollten eigentlich beide Verkehrsträger miteinander arbeiten, wenn sich das Land schon nicht für den kompletten Zugverkehr entscheidet.

Auch der Bahnhof hat unter dem extremen Rückgang des Zugverkehrs gelitten. Einige nicht mehr benötigte Gleise wurden betrieblich gesperrt. Die Strecke Hornstorf - Karow (Meckl) ist von Karow aus nur noch bis zum Anschluss Damerower Forst nutzbar. Von dort aus ist die Strecke bis Dabel stillgelegt worden. Auf der Strecke Meyenburg - Güstrow herrscht zwischen Meyenburg (ausschließlich) und Priemerburg (ausschließlich) absolute Betriebsruhe. Somit haben meine ehemaligen Kollegen nicht mehr viel zu tun. Das war vor einigen Jahren noch ganz anders.
Auf dem Bahnhof Karow waren einmal rund 70 Leute beschäftigt (nur im Betriebs- und Verkehrsdienst). (Daneben gab es noch die Bm, die Sfm und die Transportpolizei. davon ist aber nur noch die ehemalige Sfm in mehrmals umgewandelten Strukturen übrig.) Die 70 Beschäftigten verteilten sich auf die Dienstposten Fahrdienstleiter, Weichenwärter, Aufsicht, Rangiermeister, Rangierleiter, Zugfertigsteller, Zugabfertigung, Fahrkartenausgabe mit Gepa, Dienstregler, Kassenverwalter, Bahnhofshelfer, Betriebshandwerker, Leiter der Dienststelle und Gruppenleiter Betrieb. Der Bahnhof war rund um die Uhr besetzt (im Betriebsdienst). Untergeordnet waren die Bahnhöfe Gallin (0 - 24 Uhr besetzt) und der planmäßig ausgeschaltete Bahnhof Glave. Nach 1990 kamen noch die Bahnhöfe Ganzlin, Plau, Goldberg, Borkow und Dabel dazu, aber nur, bis alles der neuen Hauptdiensstelle (Hdst) Parchim zugeordnet wurden. Danach wurde der Bahnhof Karow der Hdst Güstrow zugeordnet, aus der der Betriebsbezirk und jetzige Netzbezirk Güstrow wurde.
Auf dem Bahnhof Karow wurden Durchgangsgüterzüge, Nahgüterzüge, Übergabezüge und Leerwagen- sowie Bedarfsgüterzüge aufgelöst, gebildet oder behandelt, Personenverkehr gab es natürlich auch. Daneben wurden viele Güterzüge über Karow umgeleitet, selten auch mal Schnellzüge.
Für Interessenten gibt es auch noch alte Bahnhofsfahrordnungen aus den Jahren 1984 und 1993.
Bis zur Auflösung der Dispatcherleitung Güstrow war der Bahnhof Karow dieser im Kreis 3 unterstellt.

Geschichtlich entstand der Bahnhof Karow als Knotenpunkt, weil die Plauer Ackerbürger kein Land für einen so großen Bahnhof zur Verfügung stellten, sonst wäre Plau heute Knotenbahnhof und Karow im Dornröschenschlaf. Der Bahnhof wurde mehrmals umgebaut bzw. erweitert.
In den 1930er Jahren entstanden Pläne zur kompletten Umgestaltung des Bahnhofs und Teilung in einen Personen- und einen Güterbahnhof. Der Gbf sollte auf die andere Straßenseite verlagert werden, weil dort der Platz für lange gerade Gleise vorhanden war. Der jetzige Bahnhof wird ja durch die Straße und den Friedhofshügel und einen weiteren Hügel, auf dem der viereckige Wasserturm des ehemaligen VEG steht, begrenzt. Aber zur Verwirklichung kam es nicht. Es wurden nur zwei neu Stellwerke gebaut, die auch heute noch in Betrieb sind. Das ehemalige Wärterstellwerk stand einst auf der anderen Seite des Bahnhofs irgendwo zwischen den beiden Wassertürmen. Das alte Befehlsstellwerk stand noch bis in die 1980er Jahre und diente der Hochbaumeisterei als Lager und im Obergeschoß war eine Wohnung. Es stand auf der anderen Seite der Dorfstraße schräg gegenüber dem heutigen Stellwerk.
Ende der 1960er Jahre wurde der Bahnhof verlängert, da die Einfahrt aus Richtung Malchow weiter in Richtung Süden verlegt wurde. Bis zur Demontage 1945 zweigte das Streckengleis nach Malchow unmittelbar am Stw W1 ab. Darum steht das Stellwerk auch nicht parallel zur heutigen Gleisführung.
Später wurden die Gleise hinter dem Stellwerk B2 entfernt, die bis dahin der Zügen in Richtung Goldberg als Ein- und Ausfahrtgleise dienten. Auch die Personenzüge hielten dort. Der heute noch vorhandene Gehweg zwischen Empfangsgebäude und Stellwerk B2 war der damalige Bahnsteig 3.
In den 1980er Jahren wurden im Bereich des Stw B2 einige doppelte Kreuzungsweichen durch einfache ersetzt. Das war der letzte größere Umbau bisher.
Nach 1990 kam, wie auf allen Bahnhöfen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn, der Niedergang des wohl verkehrsreichsten Zeitalters bei der DR. Sämtliche oben genannten Dienstposten (außer Fdl Stw B2 und Ww Stw W1) wurden nach und nach wegrationalisiert. Als letzte die Aufsicht und der Ww Stw B2.
Im Rahmen von RZ 2000 sollten aber noch viele Güterverkehrsgleise weichen, aber dafür fehlte bisher wohl zum Glück das Geld.
Heute ist der Bahnhof Karow nur noch im ungefähren Zeitrahmen von 5:00 bis 20:30 Uhr mit Fahrdienstleiter und Weichenwärter besetzt.

Geplant ist, dass ich die Seite des Bahnhofs Karow (Meckl) noch um einige Bilder und alte Gleisbelegungspläne ergänze.

Ergänzung Februar 2005:
Inzwischen wurde auch der Streckenabschnitt von der Anst. Damerower Forst bis Karow stillgelegt und teilweise verkauft. Die Sicherungstechnik wurde mit großem Aufwand minimal angepasst (Sperrung von Fahrstraßen und Hebeln).
Zum 01.03.2005 wird laut den Geschäftlichen Mitteilungen der Bahn der Streckenabschnitt Karow - Priemerburg offiziell stillgelegt. Allerdings laufen noch Verkaufsverhandlungen.

In den Sommerferien 2004 hatte die Prignitzer Eisenbahn einen Saisonverkehr zwischen Meyenburg und Karow angeboten, der relativ gut angenommen wurde. Auch 2005 wird es diesen wieder geben, allerdings nur zwischen Meyenburg und Plau.