Karow (Meckl)

Bahnhof in Mecklenburg
 
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   Rang-tafel     EK 12-2007      Fplo (1)          Fplo (2)          Fplä 48            Zugmeldebücher 1988

 

Strecken:
  •   Meyenburg - Karow (Meckl) - Güstrow [Güstrow-Plauer Eisenbahn]
  •   Ludwigslust - Parchim [Parchim-Ludwigsluster Eisenbahn] | Parchim - Karow (Meckl) - Waren (Müritz) - Möllenhagen - Neubrandenburg [Mecklenburgische Südbahn]
  •   Hornstorf - Warin - Blankenberg (Meckl) - Dabel - Karow (Meckl) [Wismar-Karower Eisenbahn]
 
weitere Bilder:
 
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Karow, lange Jahre mein Arbeits- und Wohnort, ist ein etwas größeres Dorf, das durch die Landwirtschaft, die Eisenbahn und die Armee geprägt war. Der Ort war immer gut an die weite Welt angeschlossen mit Bahnen und Bussen. Es gibt direkte Busverbindungen nach Schwerin und Neubrandenburg und es gab eine nach Rostock, und natürlich welche in die nähere Umgebung. Seit der Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke Meyenburg - Güstrow fahren nun auch dort die Busse hin. Nach Güstrow allerdings nur mit Umsteigen in Krakow, wegen der Kreisgrenze. Man muss es den letzten verbliebenen hartnäckigen Kunden ja so schwer wie möglich machen! Auch das Umsteigen in Karow von Bahn auf Bus und umgekehrt wurde den Leuten erschwert, weil die Zugkreuzungen in Malchow stattfanden. Dadurch entstanden sehr lange Übergangszeiten. Die Kunden "dankten" es mit Verzicht auf die Benutzung beider Verkehrsträger. Nun fahren die Busfahrer meistens allein "spazieren". In einer so wichtigen Tourismusregion sollten eigentlich beide Verkehrsträger miteinander arbeiten, wenn sich das Land schon nicht für den kompletten Zugverkehr entscheidet.

Auf dem Bahnhof Karow waren einmal rund 70 Leute beschäftigt (nur im Betriebs- und Verkehrsdienst). Daneben gab es noch die Bm, die Sfm und die Transportpolizei. Die 70 Beschäftigten verteilten sich auf die Dienstposten Fahrdienstleiter, Weichenwärter, Aufsicht, Rangiermeister, Rangierleiter, Zugfertigsteller, Zugabfertigung, Fahrkartenausgabe mit Gepa, Dienstregler, Kassenverwalter, Bahnhofshelfer, Betriebshandwerker, Leiter der Dienststelle und Gruppenleiter Betrieb. Der Bahnhof war rund um die Uhr besetzt. Untergeordnet waren die Bahnhöfe Gallin (0 - 24 Uhr besetzt) und der planmäßig ausgeschaltete Bahnhof Glave. Nach 1990 kamen noch die Bahnhöfe Ganzlin, Plau, Goldberg, Borkow und Dabel dazu, aber nur, bis alles der neuen Hauptdiensstelle (Hdst) Parchim zugeordnet wurden. Danach wurde der Bahnhof Karow der Hdst Güstrow zugeordnet, aus der der Betriebsbezirk und spätere Netzbezirk Güstrow wurde.
Auf dem Bahnhof Karow wurden Durchgangsgüterzüge, Nahgüterzüge, Übergabezüge und Leerwagen- sowie Bedarfsgüterzüge aufgelöst, gebildet oder behandelt, Personenverkehr gab es natürlich auch. Daneben wurden viele Güterzüge über Karow umgeleitet, selten auch mal Schnellzüge.
Für Interessenten gibt es auch noch alte Bahnhofsfahrordnungen aus den Jahren 1984 und 1993.
Bis zur Auflösung der Dispatcherleitung Güstrow war der Bahnhof Karow dieser im Kreis 3 unterstellt.

Geschichtlich entstand der Bahnhof Karow als Knotenpunkt, weil die Plauer Ackerbürger kein Land für einen so großen Bahnhof zur Verfügung stellten, sonst wäre Plau heute Knotenbahnhof und Karow im Dornröschenschlaf. Der Bahnhof wurde mehrmals umgebaut bzw. erweitert.
In den 1930er Jahren entstanden Pläne zur kompletten Umgestaltung des Bahnhofs und Teilung in einen Personen- und einen Güterbahnhof. Der Gbf sollte auf die andere Straßenseite verlagert werden, weil dort der Platz für lange gerade Gleise vorhanden war. Der jetzige Bahnhof wird ja durch die Straße und den Friedhofshügel und einen weiteren Hügel, auf dem der viereckige Wasserturm des ehemaligen VEG steht, begrenzt. Aber zur Verwirklichung kam es nicht. Es wurden nur zwei neu Stellwerke gebaut, die auch heute noch in Betrieb sind. Das ehemalige Wärterstellwerk stand einst auf der anderen Seite des Bahnhofs irgendwo zwischen den beiden Wassertürmen. Das alte Befehlsstellwerk stand noch bis in die 1980er Jahre und diente der Hochbaumeisterei als Lager und im Obergeschoß war eine Wohnung. Es stand auf der anderen Seite der Dorfstraße schräg gegenüber dem heutigen Stellwerk.
Ende der 1960er Jahre wurde der Bahnhof verlängert, da die Einfahrt aus Richtung Malchow weiter in Richtung Süden verlegt wurde. Bis zur Demontage 1945 zweigte das Streckengleis nach Malchow unmittelbar am Stw W1 ab. Darum steht das Stellwerk auch nicht parallel zur heutigen Gleisführung.
Später wurden die Gleise hinter dem Stellwerk B2 entfernt, die bis dahin der Zügen in Richtung Goldberg als Ein- und Ausfahrtgleise dienten. Auch die Personenzüge hielten dort. Der heute noch vorhandene Gehweg zwischen Empfangsgebäude und Stellwerk B2 war der damalige Bahnsteig 3.
In den 1980er Jahren wurden im Bereich des Stw B2 einige doppelte Kreuzungsweichen durch einfache ersetzt. Das war der letzte größere Umbau bisher.
Nach 1990 kam, wie auf allen Bahnhöfen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn, der Niedergang des wohl verkehrsreichsten Zeitalters bei der DR. Sämtliche oben genannten Dienstposten (außer Fdl Stw B2 und Ww Stw W1) wurden nach und nach wegrationalisiert. Als letzte die Aufsicht und der Ww Stw B2.

 

vor 2005
Eine Ansichtskarte, die 1907 verschickt wurde, zeigt den Bahnhof Karow. Ein Wohnhaus auf dem Bahnhofsvorplatz ist bereits fertig, das andere ist noch nicht fertiggestellt.
Auf der linken Seite ist vor der Kirche noch der alte Wasserturm zu sehen.
Die Bahnsteige waren schon damals so breit wie heute, nur noch nicht so lang.
 
Dieses Bild habe ich Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre gemacht, als ich bei meinen Großeltern in den Winterferien zu Besuch war.
Damals gab es noch richtige Winter mit Schnee. Schon damals war klar, dass Karow mein Leben für lange Zeit bestimmen würde.
Das Grundstück lag in der Nähe des Wasserturms. Schon als kleiner Junge bin ich oft dorthin gegangen, um dem Geschehen auf dem Bahnhof zu beobachten.
 
1981(?) fand in Karow ein Sterntreffen mehrerer dampflokbespannter Sonerzüge statt.
Hier sieht man die Einfahrt eines Sonderzuges nach Gleis 4. Aufsicht hatte an dem Tag W. Liermann.
 
Anfang der 1980er Jahre habe ich dieses Bild von einer 89 machen können, die gerade wieder vom Kanal wegrangiert.
Damals gab es noch richtig Güterverkehr in Karow.
 
Anschließend warte die Lok auf Gleis 4 auf ihre Weiterfahrt.
 
1984 war ich noch Lehrling auf dem Bahnhof Karow. Meine Mutter wohnte damals in Ludwigslust. Diese Fahhradkarte hatte ich damals gekauft, um mein Fahrrad mit nach Hause zu nehmen.
Die Fahrradkarte kostete 80 Pfennig. Fahrradkarten wurden immer handschriftlich ausgefertigt in einem Blankoblock. Der Reisende bekam grundsätzlich die Durchschrift, das Original verblieb
als Stamm im Block. Meine Kollegin, die diese Karte ausstellte, arbeitete damals in der Fahrkartenausgabe, inzwischen ist sie in Rente.
 
1998 konnte man noch die Stufen des Eisenbahnwasserturms erklimmen und ein solches Bild machen.
Zu sehen sind die Gleise 8, 9 (Stumpfgleis), 10, 11 und 12 ("Halle") und 14 ("Kohle"; ehemalige Kohlenbanse), 15 bis 16 ("Drehscheibe")(v.l.n.r.). Diese Gleise gibt es heute nicht mehr.
Am linken Bildrand ist die ehemalige Umladehalle für Stückgut zu sehen. Das vorletzte Gleis hat einen Kanal, der damals abegdeckt wurde. Dieses und das letzte Gleis mündete am Ende in die
Drehscheibe ein, die sich gleich dahinter befand. Die nutzbare Länge der Drehscheibe war 17 Meter.
Die Gärten rechts der Gleise wurden erst Ende der 1970er/Anfang 1980er Jahre angelegt. Als ich noch Kind war, war dort und der ganze sichtbare Acker eine Obstplantage.
Der viereckige Wasserturm war bis in die 1970er Jahre für die Wasserversorgung des Dorfes und VE-Gutes.
 
Dieses Bild entstand vermutlich 1998, als ich selbst Dienst als Fahrdienstleiter hatte.
Die morgendliche Zuggruppe hatte noch die Korrespondenz beider Strecken.
Auf Gleis 1b (hinten links) der 628 nach Neustrelitz, auf Gleis 1a der 628 nach Ludwigslust,
auf Gleis 2 hinter der Brücke wartet ein Triebwagen auf die Abfahrzeit nach Güstrow,
auf Gleis 4 der Personenzug nach Kyritz.
 

Ein weiteres Bild vom Wasserturm aus zeigt den fast leeren Bahnhof.
Auf Gleis 4 wartet am späten Nachmittag ein Personenzug (BR 219 + Doppelstockwagen)
nach Kyritz auf den Triebwagen (BR 772+972) aus Waren.
 
Ein Zug (ich denke Plandampftag) aud Güstrow fährt nach Gleis 4 ein.
 
Das Empfangsgebäude im August 2000
 
... und das Stellwerk B2
 
 
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2005
 
 
Stellwerk B2
 
 
Blick vom Bahnsteig 3/4 nach Norden
 
Stellwerk W1
 
 
 
Blick vom Wasserturmweg zum Wasserturm des Bahnhofs
 
 
Blick vom Bahnsteig 4 zum Wasserturm
 
... und mit einem kleinen Rechtsschwenk auch zur Kirche
 
die beiden Karower Wahrzeichen
 
Blick von der südlichen Bahnhofsausfahrt auf den Wasserturm des Dorfes
 
eingewachsene Gleise
 
Das Empfangsgebäude von Gleis 6 aus gesehen; links davor der hässliche Glasunterstand, rechts davor die Telefonbude des nördlichen Bahnteigbereichs;
Am linken Frontgiebel oben rechts und am mittleren Frontgiebel oben links sind noch die Spuren des nach einem Orkan Anfang der 1990er Jahre nachträglich
wieder aufgemauerten Ziegelwerks sichtbar. Bei dem Orkan wurde gegen Mittag das lange Teil des Daches von dieser Seite angeboben und komplett über Kopf auf den
Bahnhofsvorplatz geworfen. Der größte Schaden am Empfangsgebäude bis dahin. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden, nur das Auto des Kneipers
wurde darunter begraben. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern: An dem Tag war ich in Güstrow zum Dienstunterricht undsah nach der Heimkehr die Folgen des Orkans.
Während der Wiederaufbauarbeiten kam der nächste Orkan und fegte nachts die auf dem neuen, noch nicht fertigen Dach gelagerten Baumaterialien (besonders die Dachlatten)
vom Dach. Eine zerschlug mein Schlafzimmerfenster. Ich wohnte damals im Erdgeschoss des links hinter dem Bahnhofsgebäude stehenden Wohnhauses. Sicherheitshalber
hatte ich kurz vorher in der Nacht noch mein Auto in sichere Entfernung umgeparkt.
 
Blick vom Bahnsteig 3 in Richtung Süden mit der "Hühnerleiter", dem dazwischen in einiger Entfernung stehenden Stellwerk W1 und dem rechts neben der Wellblechbude
der Gleiswaage (Gleis 8) stehenden Bahnhofswagen sowie dem Wasserturm des Dorfes.
 
Blick über den langen Bahnsteig 2
 
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2013
Blick von Gleis 3 in Richtung Süden; im Hintergrund das Stellwerk W1; Im Vordergrund stehen die zum Gruppenausfahrsignal D gehörenden Sperrsignale Hs 2I, Hs 3I und Hs 4I in einer Reihe nebeneinander.
 
Saisonverkehr zwischen Meyenburg unf Krakow; Einfahrt des Doppeldeckers von Krakow nach Gleis 2.
 
Da der lange Bahnsteig 2 in weiten Teilen baufällig ist, muss der Zuge am vordersten Ende des Bahnsteigs halten.
 
Kurz nach Ankunft des Doppeldeckers auf Gleis 2 fährt der ODEG-VT über Gleis 23 nach Gleis 1n (Bahnsteig 1a) ein.
Eine "gerade" Einfahrt von Malchow nach Gleis 1 ist im Regelfall technisch nicht möglich.
 
 
Nach kurzem Aufenthalt fährt der ODEG-VT weiter nach Hagenow Stadt.
 
Erneut ein Blick von Gleis 6 zum Empfangsgebäude, dessen Fenster im Obergeschoss leider bis heute nicht gesichert wurden, um das Gebäude vor Vandalismus zu schützen.
 
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2014
Blockuntersatz und -aufsatz sind noch fast komplett. Da die Strecke in Richtung Goldberg seit mehreren Jahren stillgelegt ist, wurde das Einfahrsignal Q entfernt und somit ist der
Fahrt-/Haltmelder nicht mehr in Betrieb und die Fahrstraßen von/nach Goldberg sind mechanisch gesperrt worden. Auch die Blockeinrichtung für die Ausweichanschlussstelle Damerower Forst
ist seit vielen Jahren ausgebaut.
 
Der Block noch einmal als Draufsicht.
 
Auch die Hebelbank ist noch vollständig. Hier der Blick aus Sicht des Fahrdienstleiters.
Wenn ich diese Bilder sehe, kann ich kaum glauben, dass ich vor 20 Jahren (2001) das letzte Mal dort gearbeitet habe. Aber ich könnte es nach einem kurzen Überblick ohne weiteres wieder.
Ich weiß heute noch genau, wie welche Weiche für welchen Fahrweg liegen müssen.
 
Und hier der Blick aus Weichenwärtersicht.
 
zum Schluss die Lägsansicht
 
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2017
Stellwerk W1
 
Inzwischen werden die Gleise 6 bis 16 entfernt. Sie waren seit fast 1/4 Jahrhundert nicht mehr erforderlich.
 
Auch hier Abrissarbeiten. Die ehemalige Stückgutumladehalle war seit vielen Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb.
Dem unter Denkmalschutz(!) stehenden Wasserturm wurde inzwischen die seit vielen Jahren schadhafte Dachabdeckung entfernt, weil sich eine Anwohnerin, die neben dem Bahnhofsgebäude
wohnt, beschwerte, dass bei Sturm angeblich Dachziegel bis auf ihr Grundstück geflogen wären. Eigentlich war das bisher m.W. noch nie vorgekommen. Die Ziegel landeten maximal
in den Güterzuggleisen vorm Bahnsteig. Aber anstatt das Dach endlich zu reparieren, wurde es einfach entfernt. Somit ist der Turm nicht auf Dauer zu erhalten! Ich frage mich
immer wieder bei denkmalgeschützten Gebäuden der Bahn, warum die Denkmalschutzbehörde nicht eingreift?!
 
Blick auf den Bahnhof
 
Der ehemalige Wasserturm des Dorfes wurde vor mehreren Jahren entkernt und musste deswegen gegen Einstürzen mit Metallverbindern an den jeweils gegenüberliegenden Wänden gesichert
werden. Auch dieser Turm steht unter Denkmalschutz.
 
Foto mit zoom vom Wasserturmweg aus
 
Das Empfangsgebäude vom Bahnhofsvorplatz aus gesehen. Links davon ist der südliche Anbau.
Die Fenster der oberen Etage sind komplett ungesichert und teilweise zerstört oder offen. Oben auf den Dachböden waren immer eine Unmenge Fledermäuse zu Hause.
Im Obergeschoss waren eigentlich immer nur Wohnungen, außer ab Mitte der 1990er Jahre bis zur Auflösung der Dienststelle Karow. In der Zeit zog in ein paar der Räme die Dienstellenleitung
dort ein. Die Ruine im Vordergrund war einmal eine Art Hochbeet mit der Uhrensäule. Untergeschoss v.l.n.r.: Haupteingang, daneben wurde aus einem Fenster des Gastraums der ehemaligen
Mitropa- ein neuer Eingang zu dieser Gaststätte, weil der Haupteingang nicht mehr genutzt werden durfte, dann Fenster des Gastraumes und der Küche und Eingang zur Küche. Hinter dem
Lichtmast ist noch etwas vom Eingang zur ehemaligen Post und der darüberliegenden Wohnung zu erkennen.
 
südlicher Anbau am EG;
Links vom Bildende waren die Abfertigungskasse, der Güterboden, das kleine Materiallager, Räme der Fernmelder. Hier zu sehen ist der Eingang zum Heizungskeller, darüber hinter dem kleinen
Fenster ein Durchgang mit Kühlschrank und Wasserkocher. Hinter dem großen Fenster war die Fahrkartenusgabe und der Arbeitsplatz des Dienstplanreglers.
 
In der Bildmitte ist das Toilettenhaus zu sehen: Front = öffentliche Herrentoilette, dahinter die Damentoilette, rechts die privat von den Anwohnern genutzten Toiletten, denn einige Wohnungen
des Bahnhofsgebäudes und des Bahnwohnhauses am ehemaligen Bahnsteig 3 zum Stellwerk B2 besaßen keine Toiletten. Die Wohnungen der Bahnwohnhäser links und rechts des
Bahnhofsvorplatzes hatten nur Trockentoiletten auf dem jeweiligen Hof. Das war bis zum Bau der zentralen Abwasserentsorgung gegen Ende(?) der 1990er Jahre noch so. Rechts steht das
von der Straße aus gesehene rechte Bahnwohnhaus.
 
Der Hausbahnsteig war auf der gesamten Länge einmal überdacht. Die filigranen Eisensäulen wurden vermutlich einfach verschrottet, obwohl auch diese Überdachung unter Denkmalschutz stand!
Man kann ein Ensemble auch mutwillig zerstören. Aber das hat die Bahn, besonders nach der Bahnreform, scheinbar noch nie interessiert.
 
Hinter den drei Fenstern, der Tür und einem weiteren Fenster war zuletzt die "Rangiererbude;quot. Hnter der nächsten Tü und dem Fenster rechts daneben war der Schulungsraum, dann
wieder Fenster der Gaststätte. Durch die letzte Tür im Hauptgebäude ging es in die Bahnhofshalle mit dem zugehörenden Fenster. Im Anbau war die Aufsicht und die Arbeitsplätze der
Zugfertigsteller und Zugabfertiger.
 
Das rechte Bahnwohnhaus des Vorplatzes wurde zwar im Erdgeschoss gegen Einbruch gesichert, jedoch sind fast alle oberen Fenster defekt und/oder offen. Auch das Dach hat bereits sichtbare
Schäden. Die auf dem Bild zu sehende Wohnung im Erdgeschoss habe ich selbst einmal ein paar Jahre bewohnt. Der Eingang befindet sich im Anbau links hinter dem Baum. Die Wohnung war
immer kalt, auch im Sommer (Deckenhö,he = 3,70 m). Die beiden linken Fenster gehören zum Wohnzimmer, das rechte Fenster zum Schlafzimmer. Der Haupteingang war nur für die beiden
Wohnungen im Obergeschoss. Damals waren noch alle Wohnungen bewohnt und es sah nicht so dermaßen verwahrlost aus. Aber es war in Karow schon immer so, dass alles, was vom Dorf
aus gesehen hinter den Schranken liegt, nicht so wirklich zum Dorf gehört. So scheint es noch heute zu sein ...
 
Im linken Bahnwohnhaus hatte ich 1984/85 im Obergeschoss vorne links ein Zimmer und ab 1987 ein Zimmer auf der rechten Seite oben im Anbau, bis ich dann in das rechte Bahnwohnhaus
umgezogen bin. Auch dieses Haus ist dem Verfall überlassen. Beide stehen unter Denkmalschutz.
 
noch einmal das zugewucherte linke Bahnwohnhaus mit Anbau, jetzt von der westlichen Giebelseite
 
Auf der Giebelseite des Anbaus waren unten die Küchen der beiden unteren Wohnungen und oben jeweils ein kleines Zimmer (links zur Wohnung unten links gehörend und rechts
- hier nicht sichtbar - zur oberen Wohnung gehörend). Hinter dem oberen Fenster war mein Zimmer. Ich hatte dort weder Wasser noch Bad oder gar WC und brauchte deshalb keine Miete
zahlen. Ich habe Wasser zum Waschen vom Bahnhof gegenüber geholt, mich wie im 19. Jh. aus einer Schüssel gewaschen, das gebrauchte Wasser wieder herunter getragen und im Gulli
am Haus entsorgt. Zur Toilette bin ich auf Bahnhofs-WC gegangen. Da meine Großeltern im Dorf wohnten, habe ich die ausführlichere Körperpflege dorthin verlagert. Das war zwar unpraktisch,
aber ich hatte mein kleines eigenes Reich. Ich fand es für damalige Zeiten in Ordnung.
 
Blick aus Gleis 1 in Richtung Norden
 
... und vom bahnsteig 4 nach Süden; Alle Bahnsteige weisen inzwischen Schäden auf.
 
Bahnsteig 1b in Richtung Malchow; Links davon liegen noch Gleis 23 für die Einfahrt von Malchow nach Gleis 1a, Gleis 23a (Kopframpe) und die Gleise 24 (rechtes Ladegleis mit Seitenrampe)
- genannt "König" - und 25 (linkes Ladegleis) - genannt "Schlüter".
 
Blick vom Bahnsteig 2 in Richtung Norden, vorbei an der "Hühnerleiter".
Links unter der Brücke hindurch gesehen ist gerade noch das Dach der Kirche zu sehen: Die Bäme auf dem Friedhof sind inzwischen riesig geworden.
 
der Wasserturm ohne Dach
 
Blick von der Straße auf den völlig ungepflegten Bahnhofsvorplatz - eine echte Schande für den Bahnhof und das Dorf!
 
Wieder einmal auf dem Stellwerk B2: Inzwischen wurden die Hebel der ausgebauten Weichen und Signale entfernt und die nun nicht mehr vorhandenen Fahrstraßen auch.
 
 
Auf dem Wärterstellwerk wurde aus finanziellen Gründen noch nichts ausgebaut.
 
 
Blick vom Wärterstellwerk auf den leeren Bahnhof
 
und in Richtung Süden
 
Eine Etage tiefer im Spannwerksraum. Die Spanngewichte der ausgebauten Weichen mussten natürlich heruntergelassen werden.
 
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2018
Blick von der DKW 62 auf den Bahnhof; Rechts liegt noch ein kleiner Rest des ehemaligen Ausziehgleises, das in die inzwischen ausgebaute DKW 58 einmündete.
 
Nördlich des Stellwerks B2 steht diese Bahnwohnhaus mit 4 Wohnungen. Nur die letzte war 2018 noch bewohnt. Auch in diesem Haus habe ich einmal gewohnt...
 
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2022
Inwischen hat sich einiges getan auf dem Bahnhof. Das Empfangsgebäude wurde auch im Obergeschoss gesichert und die Fallrohre der Dachentwässerung wieder vervollständigt.
 
Die Bahnsteige 2 und 4 wurden jeweils auf rund 30 Metern erneuert und auf Normhöhe gebracht.
 
Die Bahnsteigbeschilderung wurde ebenfalls erneuert, allerdings mit einem kleinen Fehler: (Meckl.) wird standardmäßig ohne Punkt geschrieben, also (Meckl).
 
Die inzwischen haushohen Bäume vor dem Güterboden müssten noch entfernt werden, um das Fundament nicht zu beschädigen.
 
Auf der Straßenseite müsste auch einiges gemacht werden!
 
Für die anscheinend bevorstehende erneute Anpassung der Sicherungstechnik lagern Kabelkanäle vor der ehemaligen Mitropa und Post.
Die Bahnhofsbeleuchtung wurde auf das erforderliche Maß erneuert.
 
Hier vom Friedhof aus habe ich schon als Kind das Geschehen auf dem Befehlsstellwerk beobachtet. Erinnerungen werden wieder wach ...
 
Stellwerk W1.
 
Hier verläuft der neue Kabelkanal, der vermutlich zu den Einfahrsignalen und Weichen führt.
 
Straßenseite des Stellwerks. Vor einigen Jahren wurden drei Fenster zugenauert.
Auf dem Hügel vor dem Stellwerk stand einst ein Trafohäuschen.
 
Die Wunden des zweiten Weltkriegs sind noch immer zu sehen - viele Einschusslöcher.
 
 
Ein merkwürdiger Anblick für mich, denn seit einem halben Jahrhundert kenne ich den Bahnhof nur mit der Fußgängerbrücke als Bahnsteigzugang. Nun ist sie weg. Vom 23. bis 25. Mai wurde
sie abgebaut, nachdem sie seit vielen Jahren gesperrt war.
In den 1990er Jahren wurde sie noch sandgestrahlt und erhielt einen neuen Anstrich. Außerdem wurden die Holzbohlen der Stufen durch Asphalt ersetzt.
Wieviele hundet Mal bin ich wohl über diese Brücke gegangen? Hunderte Eisenbahnfans nutzten sie als Fotostandort.
 
 
Blick auf die Bahnsteige
 
Auf den Gleisen 3 und 5 sind Güterwagen abgestellt.
 
Blick von Bahnsteig 1 (früher 1a bzw. 1 Nord) in Richtung Stellwerk W1. Das Umfahrungsgleis 23 mit den Weichen 36 und 22 wurde abgebaut, da es nicht mehr erforderlich ist.
 
Altbekannte Fotomotive: vom Gleis 1 Richtung Stellwerk B2 ...
 
... und vom Stellwerk W1 in Richtung Malchow und Plau.
Die Bäume links der Gleise sind inzwischen so groß geworden, dass man selbst vom Stellwerk aus die Züge aus Richtung Malchow nicht mehr sehen kann, wenn sie den Bogen vor dem Einfahrsignal befahren.
 
Noch zwei Ansichten vom Friedhof aus ...
 
 
Die beiden Wohnhäuser auf dem Vorplatz verfallen immer mehr. Zwar sind die Erdgeschosse gesichert, leider jedoch nicht die Obergeschosse. Die Dächer waren schon vor über 30 Jahren nicht
mehr ganz dicht. Inzwischen fehlen bereits Dachziegel, die den Zustand der Häuser dramatisch verschlechtern!
In der unteren Wohnung habe ich nach der Wende ein paar Jahre gewohnt. Mein damals gepflanzter Efeu hat sich ganz schön ausgebreitet.
 
Blick von der Rampe des Güterbodens auf das gleiche Haus. Rechts des Hauses ist inzwischen alles zugewuchert.
 
Auch in diesem Haus habe ich 1985/86 ein Zimmer gehabt (oben links das erste Fenster), 1987 bis 1990 im Anbau.
 
Blick von der Rampe bei strömendem Regen auf das gleiche Haus. Hier standen nie Bäume, aber inzwischen sind sie haushoch.
 
 
Niemand scheint sich für das Gelände des Vorplatzes zuständig zu fühlen! Die Einfahrt zum Bahnhofsvorplatz ist von der Straße aus fast nicht mehr zu erkennen.
 
Der Wasserturm der Eisenbahn, seit Jahren ohne Dach und somit dem Regen völlig ausgeliefert ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der ehemalige Wasserurm des Dorfes und Gutes - leider auch ohne Dach. Leider habe ich etwas schief geschaut ...
 
Auch das kleine Wohnhaus ist gut vor Blicken geschützt.
 
Auch wenn die Karower Kirche und die kleine Kapelle nichts mit der Eisenbahn zu tun haben, so gehören sie doch zum historischen Dorfensemble dazu, genauso wie das Schloss und das Mausoleum.
 
 
Inzwischen wurden bestimmt dreiviertel der einstigen Grabstätten rund um die Kirche aufgegeben und eingeebnet. Dafür enstanden zwei Urnengemeinschaften für anonyme Bestattungen.
 
 
 
 
Einst stand "Die Trauernde" auf dem Friedhof. Nun steht sie vor der zu DDR-Zeiten gebauten weltlichen Trauerhalle vor dem Friedhof.
Im Hintergrund steht die alte Schule, in der sich seit Jahrzehnten Wohnungen befinden.
 
Auch sie trägt Zeichen des Krieges (Einschusslöcher)
 
Gedenktafel für die alte Schule
 
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externe Bilder:
                                           
 
© 07.06.2022