Karow (Meckl)

Bahnhof in Mecklenburg
 
Strecken:
  • Meyenburg - Karow (Meckl) - Güstrow ["Güstrow-Plauer Eisenbahn"]
  • Ludwigslust - Parchim ["Parchim-Ludwigsluster Eisenbahn"] | Parchim - Karow (Meckl) - Waren (Müritz) - Möllenhagen - Neubrandenburg ["Mecklenburgische Südbahn"]
  • Hornstorf - Warin - Blankenberg (Meckl) - Dabel - Karow (Meckl) ["Wismar-Karower Eisenbahn"]
 
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Karow, lange Jahre mein Arbeits- und Wohnort, ist ein etwas größeres Dorf, das durch die Landwirtschaft, die Eisenbahn und die Armee geprägt war. Der Ort war immer gut an die weite Welt angeschlossen mit Bahnen und Bussen. Es gibt direkte Busverbindungen nach Schwerin und Neubrandenburg und es gab eine nach Rostock, und natürlich welche in die nähere Umgebung. Seit der Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke Meyenburg - Güstrow fahren nun auch dort die Busse hin. Nach Güstrow allerdings nur mit Umsteigen in Krakow, wegen der Kreisgrenze. Man muss es den letzten verbliebenen hartnäckigen Kunden ja so schwer wie möglich machen! Auch das Umsteigen in Karow von Bahn auf Bus und umgekehrt wurde den Leuten erschwert, weil die Zugkreuzungen in Malchow stattfanden. Dadurch entstanden sehr lange Übergangszeiten. Die Kunden "dankten" es mit Verzicht auf die Benutzung beider Verkehrsträger. Nun fahren die Busfahrer meistens allein "spazieren". In einer so wichtigen Tourismusregion sollten eigentlich beide Verkehrsträger miteinander arbeiten, wenn sich das Land schon nicht für den kompletten Zugverkehr entscheidet.

Auf dem Bahnhof Karow waren einmal rund 70 Leute beschäftigt (nur im Betriebs- und Verkehrsdienst). Daneben gab es noch die Bm, die Sfm und die Transportpolizei. Die 70 Beschäftigten verteilten sich auf die Dienstposten Fahrdienstleiter, Weichenwärter, Aufsicht, Rangiermeister, Rangierleiter, Zugfertigsteller, Zugabfertigung, Fahrkartenausgabe mit Gepa, Dienstregler, Kassenverwalter, Bahnhofshelfer, Betriebshandwerker, Leiter der Dienststelle und Gruppenleiter Betrieb. Der Bahnhof war rund um die Uhr besetzt. Untergeordnet waren die Bahnhöfe Gallin (0 - 24 Uhr besetzt) und der planmäßig ausgeschaltete Bahnhof Glave. Nach 1990 kamen noch die Bahnhöfe Ganzlin, Plau, Goldberg, Borkow und Dabel dazu, aber nur, bis alles der neuen Hauptdiensstelle (Hdst) Parchim zugeordnet wurden. Danach wurde der Bahnhof Karow der Hdst Güstrow zugeordnet, aus der der Betriebsbezirk und spätere Netzbezirk Güstrow wurde.
Auf dem Bahnhof Karow wurden Durchgangsgüterzüge, Nahgüterzüge, Übergabezüge und Leerwagen- sowie Bedarfsgüterzüge aufgelöst, gebildet oder behandelt, Personenverkehr gab es natürlich auch. Daneben wurden viele Güterzüge über Karow umgeleitet, selten auch mal Schnellzüge.
Für Interessenten gibt es auch noch alte Bahnhofsfahrordnungen aus den Jahren 1984 und 1993.
Bis zur Auflösung der Dispatcherleitung Güstrow war der Bahnhof Karow dieser im Kreis 3 unterstellt.

Geschichtlich entstand der Bahnhof Karow als Knotenpunkt, weil die Plauer Ackerbürger kein Land für einen so großen Bahnhof zur Verfügung stellten, sonst wäre Plau heute Knotenbahnhof und Karow im Dornröschenschlaf. Der Bahnhof wurde mehrmals umgebaut bzw. erweitert.
In den 1930er Jahren entstanden Pläne zur kompletten Umgestaltung des Bahnhofs und Teilung in einen Personen- und einen Güterbahnhof. Der Gbf sollte auf die andere Straßenseite verlagert werden, weil dort der Platz für lange gerade Gleise vorhanden war. Der jetzige Bahnhof wird ja durch die Straße und den Friedhofshügel und einen weiteren Hügel, auf dem der viereckige Wasserturm des ehemaligen VEG steht, begrenzt. Aber zur Verwirklichung kam es nicht. Es wurden nur zwei neu Stellwerke gebaut, die auch heute noch in Betrieb sind. Das ehemalige Wärterstellwerk stand einst auf der anderen Seite des Bahnhofs irgendwo zwischen den beiden Wassertürmen. Das alte Befehlsstellwerk stand noch bis in die 1980er Jahre und diente der Hochbaumeisterei als Lager und im Obergeschoß war eine Wohnung. Es stand auf der anderen Seite der Dorfstraße schräg gegenüber dem heutigen Stellwerk.
Ende der 1960er Jahre wurde der Bahnhof verlängert, da die Einfahrt aus Richtung Malchow weiter in Richtung Süden verlegt wurde. Bis zur Demontage 1945 zweigte das Streckengleis nach Malchow unmittelbar am Stw W1 ab. Darum steht das Stellwerk auch nicht parallel zur heutigen Gleisführung.
Später wurden die Gleise hinter dem Stellwerk B2 entfernt, die bis dahin der Zügen in Richtung Goldberg als Ein- und Ausfahrtgleise dienten. Auch die Personenzüge hielten dort. Der heute noch vorhandene Gehweg zwischen Empfangsgebäude und Stellwerk B2 war der damalige Bahnsteig 3.
In den 1980er Jahren wurden im Bereich des Stw B2 einige doppelte Kreuzungsweichen durch einfache ersetzt. Das war der letzte größere Umbau bisher.
Nach 1990 kam, wie auf allen Bahnhöfen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn, der Niedergang des wohl verkehrsreichsten Zeitalters bei der DR. Sämtliche oben genannten Dienstposten (außer Fdl Stw B2 und Ww Stw W1) wurden nach und nach wegrationalisiert. Als letzte die Aufsicht und der Ww Stw B2.

 
 
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