Lübz

Bahnhof;
Strecke:
Ludwigslust - Parchim - Karow (Meckl) - Waren (Müritz) - Möllenhagen - Neubrandenburg
das Empfangsgebäude von der Gleisseite ...
im November 2004 wurde der neue Mittelbahnsteig gebaut und der Hausbahnsteig zurüchgebaut
Blick vom Empfangsgebäude in Richtung Parchim vor dem Bau des Mittelbahnsteigs (rechts ein Überrest der ehemaligen Zuckerfabrik) Blick in die andere Richtung. Der Bahnhof hat jetzt nur noch 2 Hauptgleise. Die Züge der ODEG haben hier jetzt Richtungsbetrieb.
... das unscheinbare Stellwerk B1
der Posten (rechts neben dem Bahnwohnhaus) Posten 1 (hinter der hellen Platte befand sich einst die Schrankenwinde)
und hier der Posten 2 am Bahnsteiganfang
Die kleine, ehemalige Kreisstadt Lübz liegt im Herzen von Mecklenburg an der Elde und ist eine typische mecklenburgische Kleinstadt. Lübz hat interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten. So der alte Amtsturm, der Rest einer Burg ist und heute das Stadtmuseum beherbergt. Der sich anschließende Park unmittelbar an der Elde und am Mühlengraben wurde in den letzten Jahren angelegt. Die alte Wassermühle, in der heute die Sparkasse ist, war noch bis zur Wende in Betrieb. Auf der anderen Seite der Elde befindet sich der Wasserturm, der aber (denke ich) nicht bestiegen werden kann. Lübz ist aber am berühmtesten durch sein Bier. Die Brauerei ist heute der größte Arbeitgeber der Stadt, nachdem nach der Wende viele Betriebe geschlossen wurden, so die Zuckerfabrik (die Ruinen befinden sich unmittelbar am Bahnhof - kein schönes Bild!), die Molkerei (ebenfall am Bahnhof, aber bereits abgerissen) und einige andere.
Die kleine Stadt, die durch die Elde halbiert wird, hatte bis in die 1970er Jahre nur die historische Schleusenbrücke, die beide Seiten miteinander verband und über die der gesamte Straßenverkehr rollte. Dann wurde eine Ortsumgehung mit einer neuen Brücke gebaut. Diese Ortsumgehung ist heute eigentlich keine mehr, denn die Stadt hat sich vergrößert. Das Wohngebiet "Am Fuchsberg" (im Volksmund auch Alaska genannt, weil es nach Erstellung mit der Fernwärme nicht so richtig funktionierte und die Bewohner in eiskalten Wohnungen leben mussten) und das Einkaufszentrum kamen hinzu.
An der Elde, nur einige hundert Meter vom Stadtkern entfernt, entastand in den vergangenen Jahren aus der ehemaligen Badeanstalt ein Wasserwander-Rastplatz.
Der Bahnhof liegt zwar in der Stadt, ist aber für einige Bewohner (z.B. die, die am "Neuen Teich" - ein Waldgebiet - wohnen) ziemlich weit entfernt.
Lübz war früher ein Bahnhof mit viel Güterverkehr. Mehrere Anschlussstellen (Brauerei, BHG, Minol, Hafen und Zuckerfabrik) sorgten für ein reges Aufkommen. Der Personenverkehr war ebenfalls rege. Sicherungstechnisch gab es bis zur Erweiterung des Bahnhofs um den Bahnhofsteil des Mineralwollewerkes nur ein mechanisches Stellwerk im Empfangsgebäude, das nur den einfachsten Ansprüchen genügte. Nur die Weiche 1 und die Einfahrsignale A und F sowie die Ausfahrsignale B und C in Richtung Parchim waren angeschlossen. In Richtung Karow gab es keine Ausfahrsignale. Die Einfahrweiche war handbedient und wurde vom Rangierleiter bedient, der auch den Abfahrauftrag für Güterzüge in Richtung Karow im Auftrage des Fahrdienstleiters erteilte. Dieser Rangierleiter war auch gleichzeitig Kleinlokbediener (Kö, die in Lübz stationiert war) und Schrankenwärter am Posten 2 (Bahnübergang am Bahnsteigende). Weiterhin gab es einen Schrankenwärter in der Grevener Straße, den Posten 1.
Nach der Erweiterung des Bahnhofs wurde vieles anders. An der Einfahrweiche aus Richtung Karow entstand ein unscheinbares Stellwerk B1 zwischen dem eigentlichen Bahnhof und dem Bahnhofsteil des Mineralwollewerkes (Anschlussbahn, die zur Zeit nur von der ODEG genutzt wird, der Eigentümer plant aber eine Verlagerung eines Teiles seiner Transporte zurück auf die Schiene). Sicherungstechnisch gibt es jetzt eine Kombination aus elektromechanischen Stellwerk mit Gleisbildstellwerk der Bauform Gs II DR. Der Posten 1 wurde eine vom Fahrdienstleiter bediente Halbschrankenanlage. Der Posten 2 wird von einem Schrankenwärter, der gleichzeitig Fahrkarten verkauft, vom Empfangsgebäude aus bedient. Der Posten 3 am Stellwerk kam neu dazu. Die Gleisanlagen sind großzügig bemessen (auch nach dem Umbau), genutzt werden aber nur noch die Gleise 1 und 2, der Rest ist gesperrt oder stillgelegt.
Diese große Investition kam leider viele Jahre zu spät und wird sich nicht mehr amortisieren, denn Güterverkehr gibt es zur Zeit keinen mehr, Zugkreuzungen sind äußerst selten und außerplanmäßig. Zwei Reisezüge können nur miteinander kreuzen, wenn ein Zug umgesetzt wird, da es nur einen Bahnsteig am Gleis 1 gibt. Vielleicht sollte die DB Netz AG noch einmal investieren und die Anlagen anpassen, aber mit einem zweiten Bahnsteig oder einer Verlegung der Weiche 1 an die Mitte des Bahnsteigs, denn Lübz ist die einzige Kreuzungsmöglichkeit zwischen Parchim und Karow (Meckl).
Mit der Betriebsaufnahme der ODEG am 15.12.2002 hat sich das Zugangebot Mo - Fr auf einen unregelmäßigen Stundentakt verdichtet. Die nun in Lübz endenden Züge fahren zur Abstellung in den Anschluss Mineralwollewerk oder nach Gleis 2. Ein zweiter Bahnsteig soll demnächst auch gebaut werden, die Planungen laufen.

Ergänzung Februar 2005:
Ende 2004 wurde der Bahnhof umgebaut. Der Hausbahnsteig wurde abgetragen und ein Mittelbahnsteig errichtet. Somit sind endlich planmäßige Zugkreuzungen von Reisezügen möglich. Aus Richtung Karow kommend wurde die Einfahrt in das Mineralwollewerk zurückgebaut. Das Einfahrsignal wurde entsprechend versetzt und das Zwischensignal entfernt. Die Zufahrt vom Bahnhof zum Mineralwollewerk blieb erhalten.